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Gründungszuschuss Digitale Nomaden: Es gibt noch eine andere Möglichkeit

Wenn Du dich dazu entschieden hast, ein digitaler Nomade zu werden, kommt erstmal die schwerste Phase auf dich zu. Wie überstehst du die erste Zeit, bis dein Geschäftsmodell funktioniert. Wenn du aus einem Angestelltenverhältnis, was mindestens 1 Jahr besteht, kommst, gibt es für dich 2 Möglichkeiten, um die ersten 9 Monate, bzw. das erste Jahr finanziell zu überstehen.

  1. Arbeitslosengeld 1 (Tabelle zur Anspruchsdauer)
  2. Gründungszuschuss (6 Monate + 9 Monate nach Nachweis, dass bereits eine Tätigkeit aufgenommen wurde)

Nun ergeben sich daraus einige Fragen, für deren Beantwortung ich Wochen gebraucht habe und wo ich ohne die Hilfe meines sehr offenen Beraters bei der Agentur für Arbeit nicht selbst drauf gekommen wäre:

  1. Wie kannst du deinen Job an den Nagel hängen, ohne dass dir Arbeitslosengeld gestrichen wird?
  2. Wie kannst du es schaffen Gründungszuschuss Digitale Nomaden von der Agentur für Arbeit zu bekommen?
  3. Wie kann ich mich trotz Arbeitslosigkeit auf den Weg in die Selbständigkeit machen?

Zu diesen drei Punkten werde ich dir meine Erfahrungen von mir und von meinem Freundeskreis mitteilen, wie es diesen ergangen ist.

Zur ersten Frage, wie du den Job kündigen kannst, ohne dass dir das Arbeitslosengeld gestrichen wird:

Das ganze nennt sich Sperrfrist des ALG1. Wenn du selbst kündigst, bekommst du von der AfA eine Sperre für den Bezug des ALG1. Diese Sperrfrist dauert im Normalfall 3 Monate.

Die beste Möglichkeit wäre natürlich: Du wirst gekündigt – dann gibt es keinerlei Probleme!

Es gibt für die Umgehung dieser Sperrfrist aber auch Ausnahmen, die erfüllt werden müssen, damit du nicht gesperrt wirst, obwohl du selbst gekündigt hast. Darunter fällt z.B. Mobbing am Arbeitsplatz.

Und nun zur zweiten Frage, wie du Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit bekommen kannst:

Dafür müssen auch einige Grundvoraussetzungen bestehen. Die größte Herausforderung ist die Argumentation der AfA, dass du dem Stellenmarkt nicht mit deiner gelernten Tätigkeit vermittelbar sein darfst.

Bei mir war das schon das erste Problem: Wie kann ich als ein guter Online Marketer, dem die Jobanfragen nur so hinterhergeschmissen wurden, als NICHT vermittelbar gelten? Stimmt, gar nicht! Ich konnte das überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn also eine Friseurin meint, Sie würde ein Online Business aufziehen wollen, dann würde Sie folglich den Gründungszuschuss bekommen. Ich, bei dem es viel wahrscheinlicher ist, dass die Gründung erfolgreich wird, bekomme also mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Gründungszuschuss.

Die Lösung mit dem Gründungszuschuss war für mich deswegen zu riskant. Denn ab Zeitpunkt des Antrags zum Grundungszuschuss wird kein Arbeitslosengeld mehr gezahlt. Wenn der Antrag auf Gründungszuschuss abgelehnt wird, und du dich deswegen entschließen solltest, dass du dich deswegen nicht selbständig machst, PECH. Das Arbeitslosengeld, welches in diesem Zeitraum (auch gerne mal 8 Wochen und mehr) nicht gezahlt wurde, ist für immer weg!

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas knapper bei Kasse war, habe ich mich also arbeitssuchend gemeldet und nach einem guten Tipp vom Arbeitsberater der AfA mich während dieser Phase bereits auf die Selbständigkeit vorbereitet.

Dies bringt mich zur Beantwortung der Frage 3, wie man arbeitssuchend sein kann und trotzdem mit der Selbständigkeit beginnen kann:

Wenn du arbeitssuchend bist, also bereits das ALG1 beziehst kannst du trotzdem ein Nebengewerbe anmelden, wofür du maximal 15 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Du musst dann monatlich angeben, wieviel du mit diesem Nebengewerbe verdient hast. Der Freibetrag liegt bei 165€ monatlich, damit nichts vom ALG1 abgezogen wird.

Jetzt kommt aber der Clou: Du kannst dich auch tageweise vom Bezug des Arbeitslosengeldes abmelden. Bei mir gab es dann Tätigkeiten, wie z.B. eine Schulung über Online Marketing, die an diesem Tag stattfand. Ein Anruf bei der AfA genügt dafür.

An diesen Tagen, wo du arbeitest, aber abgemeldet bist, musst du nicht angeben, wieviel du verdient hast: Denn du warst ja nicht arbeitslos. Du könntest auch 10.000€ an diesem Tag verdienen – was dir entgeht ist dann nur das Arbeitslosengeld für diesen einen Tag.

Nachteil dieser Möglichkeit:

  1. Du musst nachweisen, dass du Bemühungen unternommen hast, um wieder eine Beschäftigung zu finden. Du musst also Bewerbungen schreiben!
  2. Falls du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, musst du auch hingehen und dürftest auch nicht den Job ablehnen. (Aber mal ehrlich: Jeder Arbeitgeber merkt im Gespräch doch genau, ob ein Wille da ist, oder nicht)
  3. Du musst monatlich ein Formular ausfüllen über die Einkünfte aus dem Nebengewerbe und dies der AfA schicken.
  4. Wenn du Urlaub machst, musst du dich bei der AfA als abwesend melden. Du darfst maximal 21 Tage abwesend sein, sonst werden auch die Bezüge gekürzt.

Vorteil dieser Möglichkeit ist aber ganz klar:

Du bekommst das ALG1, kannst dich ohne Stress auf die Selbständigkeit vorbereiten und hättest auch noch die Möglichkeit einen Nebenverdienst zu haben, mit dem du vielleicht mehr also vorher raus hast. Außerdem musst du keinen Business Plan für die AfA erstellen – diese Arbeit kannst du dir sparen.

Viel Erfolg bei der Gründung!

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